Plastering a wall with stucco

Many years ago, when we restored our house, I plastered my very first walls ever in our living room. I just came back from a one week training course where I learned the basics of wall plastering with lime, sand and marble powder. These walls were in a very rough condition, we had removed the old plaster, closed some holes with natural stones and here I came, ready to build up all the layers necessary before the final one could be done. Back then, I used sieved sand with lime and troweled it off. I did not know that the trowel should be made of a special steel so that no traces of troweling will be visible afterwards. My trowel wasn’t such a one and when the walls were try, lots of greyish traces became visible. It didn’t bother us very much but during the last years I became more Continue reading “Plastering a wall with stucco”

Ein Kessel Buntes

Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen. Entsprechend voll ist es hier auch momentan und eigentlich, wollten/sollten auch wir einfach nur Urlaub machen.
Aber wie so oft, haben wir dermaßen viel zu tun, dass wir es nur zwei-dreimal die Woche für kurze Zeit an den Strand schaffen.
Ja ja, das liegt an uns selbst und wir könnten das auch selber ändern, aber irgendwie kriegen wir das im Kopf nicht hin 😉 Noch nicht. Heute Morgen haben wir das Jahr 2024 zum Trödeljahr erklärt, bis dahin wollen wir alles fertig gebaut haben.

Vergangene Woche hab ich mal wieder gemauert. Die große Trennwand, die verstärkt werden muß durch eine stabile Steinmauer aus Ziegelsteinen. Jetzt bin ich endlich in der letzten Etage angekommen und muß schätzungsweise nur noch 300 Steine vermauern. Das ist echt schwere Arbeit, jeder Stein wiegt 8 kg, dazu muß ich noch den Mörtel anrühren und das Material dahin tragen wo ich es brauche. Am Anfang geht das ja noch, aber so ab der fünften Reihe muß ich aufs Gerüst klettern. Das hält zwar fit, aber ist auch ziemlich anstrengend. Ich hoffe, dass ich die Mauer bis Ende nächster Woche fertig bekomme.

Mauern selber ist jetzt nicht so eine geistige Herausforderung, aber dafür kann ich dabei so wunderbar nachdenken:

Über das Alter

Mittlerweile brauche ich eine Brille, um mich zu schminken und dabei sehe ich plötzlich all die vielen kleinen Falten in meinem Gesicht und an meinem Körper.
Dabei habe ich doch fast 40 Jahre gebraucht um mein Äußeres zu mögen und jetzt sind die Haare grau und ich hab überall Falten. Das sind, zugegebenermaßen relativ geringfügige Probleme, denn es geht mir gut, ich bin fit, gesund und glücklich und kann machen was ich will 🙂

Allerdings überlege ich mir schon, ob ich in 20 Jahren noch immer so leichtfüßig alle Treppen in unserem Haus hoch und runterkomme oder ob es nicht vielleicht besser wäre, wenn wir uns ein ebenerdiges Haus bauen. So ein richtig modernes, abgedrehtes, gut in die Gegend passendes Haus mit großem Garten direkt vor der Tür wo ich dann bis ins hohe Alter rumwerkeln kann. Aber das braucht mindestens die nächsten 6-8 Jahre, bis alles so ist, wie wir das haben wollen. 

Wäre es dann nicht besser, einfach das Leben in unserem jetzigen, sehr schönen Haus und Garten zu genießen, zu reisen und all die Dinge zu bauen, die ich schon immer mal bauen wollte? Wenn ich (wir) dann tatsächlich, so ab 80 die Treppe nicht mehr steigen kann, dann können wir die Hütte ja immer noch verkaufen und woanders hinziehen.

Über den Tod

In den letzten Wochen sind ein paar ältere Leute hier aus Fitou “verschwunden”. Die meisten haben allein gelebt, sind schon sehr alt und zunehmend gebrechlich geworden. Ich konnte sehen, wie es für sie immer schwieriger wurde allein zurecht zu kommen. Und irgendwann ging es nicht mehr und sie mußten dann in ein Pflegeheim gehen. Keiner von den alten Leuten wollte jemals in ein solches Heim, aber keiner aus deren Familien ist in der Lage, immer bei ihnen zu sein, so dass die Unterbringung in ein solches Heim unumgänglich schien. Und da sind sie jetzt und leben, aber eben auch nicht mehr wirklich. 

Für alle Beteiligten ist das eine schwierige und traurige Situation und jeder sagt, so möchte ich nicht mein Leben beenden. Aber wie dann? Ich meine, man kann ja nicht einfach so beschließen: so, jetzt ist es genug, jetzt will ich sterben und dann ist es vorbei. Ein selbstbestimmter Tod ist gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert, zumindest hier nicht. Das ist ein schwieriges Thema. 

Ich hoffe, dass mir so etwas nicht passiert und ich in der Lage sein werde, mein Lebensende selbst zu bestimmen.

Über Orwellsche Umdeutungen

Mir fällt auf, dass, wenn ich mit anderen diskutiere, vielen Worten heute eine andere Bedeutung gegeben wird, als früher (als ich noch jung war). Ein solcher Begriff ist Vertrauen. 

Es gibt eine Menge Leute, die glauben, dass man mit perfekt logischen, technischen Abläufen alle Risiken ausschalten und somit das Vertrauen der Anwender/Benutzer gewinnen kann. Das meint, man soll technischen Abläufen, Algorithmen vertrauen. Selbst wenn man alle Parameter gemessen, eingestellt und berechnet hat, bleibt doch immer noch das Risiko, dass etwas unvorhergesehenes, durch menschlichen Einfluß hervorgerufenes, geschieht. 

Vertrauen hat meiner Meinung nach, etwas mit menschlichem Verhalten zu tun und es kann niemals hundertprozentig berechnet werden. Wem ich heute vertraut habe, dem kann ich doch nicht morgen ebenso blindlings vertrauen, sondern muß doch immer wieder meine “Parameter” überprüfen und mich neu entscheiden, ob ich vertraue. Das ist doch eigentlich unkalkulierbar, und hängt immer vom sozialen Verhalten der beteiligten Personen ab, oder?

Hagen liest gerade das Buch “Vertrauen” von Luhmann und natürlich diskutieren wir intensiv darüber. Luhmann schreibt, dass Vertrauen letztlich auf Täuschung beruht, denn man kann eben Entscheidungen nicht zu Hundertprozent rational treffen, sondern da gibt es immer einen unkalkulierbaren, schwer zu definierenden Einfluß, der uns letztlich entscheiden läßt. Man kann das Intuition nennen, oder das bewußt-unbewußte, was wir irgendwo tief in uns gespeichert haben. Eine Täuschung ist es vielleicht dann, wenn wir nicht das gewünschte Ergebnis erhalten, unser Vertrauen also nicht gerechtfertigt wurde. Dann müssen wir uns ent-täuschen.
Irgendwie ist das Thema noch nicht rund für mich, mal sehen, wie es bei Luhmann weiter geht.

Das sind schwere, aber interessante Themen. Ich muß jetzt unbedingt an den Strand und erstmal eine Runde Wellenschlaf machen.

Schnell, teuer und häßlich kann jeder 😀

Vor ein paar Wochen, als ich ziemlich müde von der Arbeit (ich hab eine große Wand verputzt) nach Hause kam, fand ich meinen Liebsten mit einer Nachbarin im Garten sitzend, vertieft in ein Gespräch. Sie war mit ihrem Baby spazieren und hat unseren Garten, der noch im Entstehen, aber schon schön ist, bewundert.

Es stellte sich heraus, dass sie seit letzten Sommer, als sie auf einer Vernissage der ART Fabrik war, versucht hat, mit mir in Kontakt zu kommen. Aber irgendwie hat sie sich nicht getraut, weil wir doch eh schon so viel Arbeit haben. Continue reading “Schnell, teuer und häßlich kann jeder 😀”

Casein-Lime Paint

It`s already seven years since we constructed a new spiral staircase for our house. Hagen built a wooden skeleton and I put gypsum on it, layer by layer, until it looked like an elegant, old staircase. The final surface was plastered with a mix of lime, gypsum, pigments and protected with savon noir.
One can certainly imagine that time left some signs of wear on the surface, scratches and stains from the daily use. It also had, from the beginning of her life, some fine slopes and dales, resulting from my first attempts of working with fine plaster. Every day I saw it and thought: I can do it better now! Continue reading “Casein-Lime Paint”

A lost world

Currently, we are renovating an old house for, and partly with, our daughter and her husband. It’s hard work and sometimes, I am so tired after a day, that only a warm bath or, if the weather allows it, laying on the beach brings me back to life.
After all these years in management positions, I have to say that I prefer now this kind of work. Restoring a house also needs a lot of organisational and project management skills, and a great ability to learn new things in short time. I really love this work, it’s satisfactory to build something which remains a long time, which is useful and beautiful. Continue reading “A lost world”

conservatoire des ocres

Ochres from Roussillon

There are places in this world, I have to go there again and again and so I went last Friday. Roussillon, more precisely, the Conservatoire des ocres et de la couleur is such a place. Here I learned all the old techniques of wall plastering, here I always buy pigments and tools for my paintings and wall design, here I get advice and answers to technical questions.
This is such a beautiful place, it is so pleasant to stroll through the rooms of the old ochre mill and get inspired by all these wonderful colours.
And of course, I always find new pigments, this time a new blue 🙂

Treppe

Die glückliche Befreiung einer Treppe

Seit Januar arbeiten wir an der Renovierung einer alten Treppe, genauer gesagt an der Umgestaltung des Eingangsbereichs eines Hauses. Ein paar Stufen dieser Treppe waren ziemlich kaputt und vom Vorbesitzer aus diesem Grund mit Beton übergossen worden. Das sah echt nicht schön aus und als ich eben diese Stufen repariert hatte, fiel mir auf, dass die Seiten der Treppe ziemlich bröslig waren. Solche alten Treppen sind hier in der Gegend meistens aus Gips und Feldsteinen gebaut worden. Belegt wurden die Trittstufen entweder mit Terrakottafliesen oder Naturstein. Beides tritt sich über die Zeit ab bzw. geht kaputt und deshalb wurden diese alten Treppen bei einer Modernisierung entweder herausgerissen oder irgendwie, selten schön, repariert. Continue reading “Die glückliche Befreiung einer Treppe”

Da brauchste Nerven wie Drahtseile

Die letzte Woche war vollgepackt mit so vielen unterschiedlichen Arbeiten, Tüdel und organisatorischem Kram, dass ich am Freitagabend nicht das Gefühl hatte irgendetwas wirklich geschafft zu haben. In solchen Momenten fällt es mir schwer freundlich zu sein. Die teilweise völlige Abwesenheit von Kundenorientierung in hiesigen Baumärkten wirkt da eher wie ein Katalysator für meine zunehmende Ungeduld.

Momentan bauen wir einen Fußboden für dieses Haus. Dafür brauchen wir Kies. Der nächste Baumarkt ist ca. 20 km entfernt und es dauert ca. 45 Minuten hinzufahren, zu kaufen und wieder zurückzufahren. Es sollte also möglich sein, vormittags drei Fuhren zu schaffen (der Laden macht 12h00 zu und zwischendrin müssen wir den Kies per Schaufel abladen und ins Haus tragen.) Continue reading “Da brauchste Nerven wie Drahtseile”

The Wall

The wall

Few weeks ago, we started restoring another old house here in Fitou. Long time ago, it has been a larger house which was separated into two houses as a result of an inheritance debate.
The separation wall was partly made with flat natural stones in gypsum and small terra-cotta bricks but only about 5-7 cm thick.
One don’t need much imagination, that this wall is not a very stable solution, not to mention the lack of insulation. There were also a lot of holes so we could see through to the neighbour’s house. On top of this, we need to change some of the beams, which are going through to the other half. Without a stable support it wouldn’t be possible. Continue reading “The wall”

Verwandlung eines Zimmers

Kannst du es irgendwie südfranzösischer machen?

Ich male nicht nur Leinwände an, sondern auch richtige Wände, genauer gesagt, ich verputze sie. So auf die traditionelle Art, mit Kalk, Sand, Gips und Marmormehl, je nach Untergrund und Verwendungszweck. Das ist für alte Häuser hier in Südfrankreich die beste und auch nachhaltigste Methode. Die alten Häuser sind überwiegend aus Natursteinen und Kalk oder Gips und Sand gebaut. Die Wände sind oft bis zu 60 cm dick, regulieren so ganz gut das Raumklima.

Im Sommer hält das für lange Zeit die Hitze draußen, die Mauern erwärmen sich erst so nach und nach und halten die Wärme für einige Zeit im Inneren der Häuser, so dass man erst spät und relativ wenig heizen muß. Oftmals blieben die Steine sichtbar, und wenn die Wände verputzt wurden, dann mit einer Mischung aus Kalk, Gips und Sand. Diese Putze lassen die porösen Steine atmen, d.h., Feuchtigkeit bleibt nicht im Mauerwerk stecken, sondern kann wieder nach außen oder innen entweichen.

Wenn so ein Haus modernisiert wurde, dann mußte auch oft der Wandputz erneuert werden. Das bedeutet, den alten Putz abschlagen, Wand säubern, gegebenenfalls Löcher mit Steinen füllen und dann neu verputzen. Das ist natürlich ein erheblicher Zeitaufwand und man muß es können. Es ist viel einfacher, solche Wände einfach zu verkleiden, mit Fermacell oder Gipskartonplatten, was mit entsprechender Isolierung noch immer ein gutes Raumklima gibt. Aber manchen Menschen ist auch das noch zu aufwendig und deshalb tackern sie einfach Plastikpaneele davor oder putzen alles mit Zement oder einer schnell aufzutragenden Acrylspachtelmasse zu. Da kommt keine Luft mehr durch, irgendwann wird es mufflig, denn die Feuchtigkeit bahnt sich früher oder später ihren Weg.

Vor ein paar Wochen hatte ich solche Wände vor mir: mit weißem, rauhem Acrylputz verspachtelt. Eine Wand war in Dunkelrot gestrichen. Das Zimmer ist, für hiesige Verhältnisse relativ dunkel, da die beiden Fenster zu einem Hof führen und die Sonneneinstrahlung durch eine gegenüberliegende Mauer begrenzt ist. Aber es hat einen wunderschönen, alten Terrakotta Fußboden. Es war das Wohnzimmer des Hauses.

Der neue Besitzer wollte aus diesem Zimmer sein Schlafzimmer machen und von mir eine Empfehlung für eine schöne Wandfarbe haben. Die Wände sollten irgendwie südfranzösisch wirken. Ich war zunächst ein wenig hilflos, denn ich wollte auf gar keinen Fall diesen Putz auch noch mit irgendeiner Farbe überstreichen, aber ich wußte auch nicht so recht, wie ich dem doch recht ungeduldigen Besitzer erklären sollte, wie man das Zimmer wirklich schöner machen könnte. Aber, er kam mir selbst zu Hilfe. Er zeigte mir ein Foto von einer schönen, im traditionellen Stil verputzten Wand. So was wollte er auch haben. Also hab ich ihm erklärt, dass erst der alte Putz weg muß bevor man neuen auftragen kann. Damit war er schließlich einverstanden und so haben wir gemeinsam fast einen ganzen Tag den Putz abgekratzt und ich hab anschließend die Wände neu verputzt. Ich hab ein paar Farbmuster gemacht und wir haben uns auf einen etwas kräftigeren Terrakotta Ton für eine Wand und einen leichten Ton für die übrigen Wände geeinigt.

Am Ende haben wir das Zimmer komplett renoviert, die Balken frei gelegt, die Decke neu verkleidet und weiß gestrichen.

Jetzt sieht das Zimmer nicht mehr wie eine Höhle aus, sondern warm und freundlich. Die Wandfarbe ist sehr südfranzösisch und reflektiert gut das einfallende Licht.

Das Zimmer sieht jetzt schön aus 😉